Achill Island – Irlands vergessene Perle am Wild Atlantic Way

2026-07-18T09:54:47.710193+00:00

Warum Achill Island auf deine Irland-Liste gehört

Dublin check, Blarney Stone geküsft, Ring of Kerry abgehakt? Respekt. Aber Irland hat noch mehr drauf. Viel mehr. Wer nämlich rüber nach County Mayo fährt und dann noch die Brücke nach Achill Island überquert, landet in einer völlig anderen Welt.

Was dich dort erwartet

Achill Island ist die größte Insel vor der irischen Küste. Knapp 93 Quadratkilometer, rauer Atlantik, und eine Landschaft, die sich nicht anbiedert – die nimmt sich einfach, was ihr zusteht.

Der Zugang? Überraschend unspektakulär. Eine einzige Brücke bei Achill Sound verbindet die Insel mit dem Festland. Kein Fährstress, keine Abfahrtszeiten. Einfach rüberfahren, und plötzlich ist alles anders.

Tipp: Mietwagen ist Pflicht. Öffentliche Verkehrsmittel? Fehlanzeige. Und glaub mir – du willst die Freiheit haben, jeden kleinen Strand anzusteuern, ohne auf Busse zu warten.

Die Orte, die du nicht verpassen darfst

Keem Bay

Okay, ich sage es direkt: Ich habe viele Strände gesehen. Keem Bay hat mich trotzdem umgehauen. Die Bucht ist hufeisenförmig, eingerahmt von steilen Klippen, und das Wasser schimmert in einem Türkis, das man eher im Mittelmeer vermuten würde – nicht im Nordatlantik. Wenn dann auch noch Nebel aufzieht, wird es fast unheimlich schön.

Hier stand übrigens mal ein kleines Dorf. Die Bewohner wurden in den 1960ern umgesiedelt. Ruinen gibt es noch, wenn man genau hinschaut.

Croaghaun Cliffs

687 Meter fallen diese Klippen senkrecht in den Atlantik. Zu den höchsten Steilküsten Europas gehört dieses Fleckchen Erde. An klaren Tagen führt dich ein Wanderweg (etwa 4 Kilometer, hin und zurück) entlang des Grats. Filmer kommen deshalb immer wieder hierher – und du verstehst warum.

Zur Wanderung: Mittlerer Schwierigkeitsgrad, aber: Gutes Schuhwerk ist ein Muss. Und check vorher das Wetter. Bei Sturm hier oben zu sein? Keine gute Idee.

Slievemore Mountain

Für eine andere Perspektive: rauf auf den Slievemore. Der Blick über die gesamte Insel ist atemberaubend. Und am Nordhang liegt das verlassene Dorf Doon. Hunderte kleine Steinhäuser, verlassen von den letzten Familien. Ein Spaziergang, der sich anfühlt wie eine Zeitreise.

Wann solltest du hin?

Sommer (Juni bis August): Lange Tage, mildes Wetter (so mild, wie es Irland eben zulässt – rechne mit 15 bis 20 Grad). Aber auch die meisten Touristen.

Nebensaison (Mai, September, Oktober): Meine klare Empfehlung. Weniger Menschen, dramatischere Wolken, und die Insel zeigt ihr wahres Gesicht.

Winter: Isolation, wilde Schönheit, aber viele Geschäfte geschlossen. Eher was für Abenteurer.

Unterkunft

Es gibt nicht viel. Guesthouses, ein ordentliches Hotel, ein paar Ferienhäuser – das war's. Das ist Teil von Achills Reiz. Aber Vorsicht: Im Sommer wird es eng. Früh buchen ist Pflicht.

Essen und Trinken

Ehrlich gesagt: Achill ist kein Gourmettempel. Die lokalen Pubs servieren deftige, herzhafte irische Kost – Fish and Chips, Stews, kräftige Frühstücke. Kein Farm-to-Table-Hype, aber frischer Fisch und ehrliche Gastfreundschaft. Wenn du wählerisch bist, nimm Vorräte mit. Vor allem für Selbstversorger-Unterkünfte.

Was die wenigsten erzählen

Hier kommt der Unterschied zwischen einem guten und einem unvergesslichen Achill-Trip:

  • Steh früh auf und schau dir den Sonnenaufgang über dem Atlantik an
  • Halte an jedem kleinen Strand, an dem du vorbeikommst – die meisten sind leer
  • Rede mit Einheimischen in den Pubs (ja, wirklich – Iren sind erstaunlich offen)
  • Fahr zum Sonnenuntergang nach Bunkey's Head – ja, über dem Minigolfplatz (ich sage nichts weiter)
  • Das Achill Experience Aquarium ist perfekt für Schlechtwetter-Tage oder wenn Kinder dabei sind

Mein Fazit

Achill Island ist nicht poliert. Der Rasen ist oft braun, das Wetter unberechenbar, und für Instagram-perfekte Bilder ist hier nicht der richtige Ort.

Was du aber findest? Etwas, das es immer seltener gibt: einen Ort, der sich nicht verbiegt. Wo die Landschaft dich nicht beeindrucken will – aber trotzdem beeindruckt.

Wer das „offensichtliche" Irland schon kennt und sich nach etwas Elementarem sehnt, wird hier fündig.


Warst du schon auf Achill Island? Ich freue mich über deine Geschichten und Fragen!

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