Alles, was du über die Hiawatha-Route 2026 wissen musst
Stell dir vor: Du radelst durch nebelverhangene Berge an der Grenze zwischen Idaho und Montana, Sonnenlicht bricht durch gigantische Kiefern, und unter dir liegt ein Railroad-Tunnel, der vor über hundert Jahren in den Fels gehauen wurde. Genau das erwartet dich auf der Route of the Hiawatha — und ich gebe zu, meine Erwartungen wurden weit übertroffen.
Warum diese Strecke so besonders ist
Die Hiawatha ist keine gewöhnliche Fahrradpiste. Auf 15 Meilen verwandelt sich eine ehemalige Eisenbahntrasse in ein Erlebnis, das Geschichte und Natur verbindet. Der Lookout-Pass-Eisenbahnweg, einst von der legendären Milwaukee Road betrieben (1909–1980), schlängelt sich durch dramatische Berglandschaften.
Was diese Route wirklich einzigartig macht: zehn historische Tunnel und fünf spektakuläre Brücken warten auf dich. Du kommst nicht einfach nur radelnd voran — du reist durch eine ganze Epoche.
So planst du dein Abenteuer richtig
Der Zeitpunkt ist entscheidend. Die Saison startet meist Ende Mai und endet Mitte September. Juli und August sind am vollsten. Wer es ruhiger mag und kühlere Temperaturen nicht scheut, sollte Ende Mai oder Anfang September ins Auge fassen.
Shuttle-Busse sind Pflicht. Diese Strecke ist kein Rundkurs — du brauchst eine Rückfahrt zum Startpunkt. Mehrere Anbieter übernehmen das, aber Vorsicht: Im Sommer solltest du unbedingt vorher buchen. Mit etwa 15–20 Dollar ist die Fahrt inklusive Trail-Gebühr erstaunlich günstig.
Was du einpacken solltest
Nach zwei Mal Fahren kann ich dir folgende Liste empfehlen:
- Zwiebellook ist King — Das Wetter in den Bergen schlägt schnell um, also hab Optionen
- Lampe nicht vergessen — In den Tunneln ist es dunkler, als du denkst
- Genug Wasser und Snacks — Unterwegs gibt's nichts
- Sonnencreme einpacken — Selbst bewölkte Tage in der Höhe brennen ordentlich
- Neugier und Entdeckerlust — Die Ausblicke verlangen danach
Was dich unterwegs erwartet
Am Lookout-Pass geht's los, und du beginnst praktisch sofort mit dem Abstieg. Die ersten Meilen sind sanft abfallend — ideal zum Eingrooven, während du die Canyons bewunderst.
Dann kommen die Tunnel. Und ja, die machen richtig Spaß.
Tunnel eins fühlt sich aufregend an. Tunnel fünf fühlt sich legendär an. Jeder ist anders, manche über eine Meile lang. Falls du mit Kindern oder nervösen Erstfahrern unterwegs bist: Die Dunkelheit und das Tropfen von Felswasser können einschüchternd wirken — aber genau das gehört zum Abenteuer dazu.
Die Brücken kommen nach den Tunneln, und hier ergeben sich die besten Fotomöglichkeiten der gesamten Strecke. Die berühmte Taft Bridge schwebt 70 Meter über dem Boden — du hast richtig gelesen. Die Aussicht lässt selbst hartgesottene Radler nervös werden.
Für wen ist das geeignet?
Hier kommt das Beste: Die Strecke ist absolut machbar. Mit einem konstanten Gefälle von etwa zwei Prozent kommt man mit jedem soliden Mountainbike, Hybridrad oder Gravel-Bike durch. Die meisten brauchen zwei bis vier Stunden, je nachdem wie oft man stehen bleibt, um die Aussicht zu genießen (und du wirst oft stehen bleiben).
Allerdings: Keine Toiletten, keine Wasserstellen, kaum Handyempfang. Betrachte es als echtes Wilderness-Abenteuer.
Hol das Maximum aus deiner Reise raus
Kombiniere die Hiawatha mit einem Aufenthalt in Wallace, Idaho — eine charmante alte Bergbaustadt mit fantastischem Essen und spannender Geschichte. Wer mehr Zeit hat, kann die umliegenden Coeur d'Alene Mountains erkunden.
Mein Fazit
Ich habe Rail Trails auf drei Kontinenten abgefahren, und die Hiawatha gehört für mich immer zu den absoluten Top 3. Diese Mischung aus Geschichte, Ingenieurskunst, Natur und dem perfekten Gefälle macht sie zu etwas ganz Besonderem.
Schreib sie auf deine Liste. Und dann buch sie wirklich.
Warst du schon auf der Hiawatha unterwegs? Ich freue mich auf deine Erfahrungen und Tipps für meinen nächsten Besuch!